Folge 2 – Wird unser Kühlschrank noch Strom brauchen?

„Verdammt!“ schimpfte Noah. „Unser E-Konto ist schon wieder leer!“ Tabea fühlte sich sofort schuldig, aber antwortete leicht genervt: „Das kann gar nicht sein. Ich war so vorsichtig diesen Monat und wir hatten doch sehr gute Erträge in der letzten Zeit!“ Das stimmte auch: ihre kleinen PV-Kollektoren, die am Balkongeländer hingen und die PV-Jalousien vor den Fenstern hatten in diesem Juni viel produziert trotz des Regens. Die Tage waren zwar kühl gewesen, aber enorm Sonnenreich. Mit der produzierten Eigenstrommenge mussten sie kaum zusätzlichen Strom aus der Hausanlage abrufen. Sie außerdem waren sie mit den neuesten Geräten in Küche und Haushaltsraum ausgestattet. Besonders freute sich Tabea über die Kombi-Kühltruhe. Die war nicht nur Kühlschrank, Gefriertruhe und Wasserspender, sondern gleichzeitig Speicher für überschüssig produzierten Strom. Damit konnten sie auch am Abend den eigenen Strom für Licht und den zentralen Rechner für die mobilen Endgeräte nutzen. Tabeas Lieblingsnutzen war aber die integrierte App, die selbständig fehlende Grundnahrungsmittel bei ihrem Lieferdienst bestellte. Liefertermin wurde automatisch mit ihrem Kalender abgeglichen und sie musste nur noch bestätigen oder einen anderen Termin abfragen.

Der einzige wirklich große Stromfresser, den sie hatten, war ihr Auto. Sie wohnten zwar in der Stadt, wo der öffentliche Nahverkehr sehr gute Anbindungen hatte, aber sie wohnten eben auch in einer Wohnung zur Miete, wo sie keine Möglichkeit hatten, ihre eigene Stromtankstelle aufzustellen. Die Tankstelle ihres Mietshauses schluckte ziemlich viel E-coins. Die Tankstelle von Noahs Arbeit war etwas günstiger, aber Noah benutzte das Auto nur selten. Manchmal versuchte Tabea auch die Selbstaufladungsstrecken zu fahren, aber die lagen meist nicht auf ihrem Weg und durften außerdem nur genutzt werden, wenn dort keine Busse oder Taxis fuhren. In ihrem engen Zeitplan wusste Tabea nicht, wie sie das einplanen sollte. Die eher leeren Strecken waren außerdem weit vom Stadtzentrum entfernt, so dass sie riesige Umwege hätte fahren müssen. Die Nutzung des Autos schlug in ihrem Budget am meisten zu Buche. Das Auto fuhr Tabea vorrangig für die Kinder: zu den Sportaktivitäten ihres Lern- und Leistungsprogrammes, zu den optionalen Kursen des Schulangebotes, die teils privat teils staatlich in der ganzen Stadt verteilt waren, zu den Arztzentren und eben auch zu ihrer Arbeit, die sie neben all der Organisation der Familie auch noch zu meistern hatte. Wenn es also dann doch vorkam, dass Noah das Auto nehmen wollte, war ihr E-Konto meist am Limit und das Auto leer. Schnell und außerhalb der E-Pauschale zu tanken war eine sehr teure Angelegenheit. Sie mussten dann an die E-Tankstellen der Stadt, die von den Stadtwerken betrieben wurden. Wer dort keine Flatrate hatte, mussten den hohen Tarif zahlen. „Ok Tabea, so geht das nicht weiter. Unser Tarif reicht von vorne bis hinten nicht. Entweder Du fährst weniger und machst endlich mehr mit dem Fahrrad, wie du es dir seit Jahren vorgenommen hast oder wir erhöhen unsere Flatrate oder nehmen eine zweite bei den Stadtwerken. Haben wir etwas weniger Geld in der Haushaltskasse, aber dafür werden unsere Urlaubsfahrten günstiger. Müssen wir ausrechnen.“

 

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